EIn Euro-Zeichen mit den Europasternen rund herum
dpa/Boris Roessler
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Politik

Europawahl auch für Forschung entscheidend

Der politische Aufstieg der extremen Rechten in Europa könnte der Forschung schaden. Davor warnt die Präsidentin von Science Europe. Wissenschaft brauche „Offenheit, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Mobilität“ – diese Werte könnten untergraben werden.

„Das Wiederaufleben der rechten Politik in Europa bereitet der Wissenschaft Sorgen, wenn sie beabsichtigt, wissenschaftliche Freiheit einzuschränken oder zu beseitigen. Forschung ist per Definition offen. Der freie Austausch von Ideen und Menschen ist notwendig, um für die Gesellschaft von größtmöglichem Nutzen zu sein“, so die Präsidentin von „Science Europe“, Mari Sundli im britischen Magazin „Times Higher Education“.

Science Europe ist der Dachverband von 40 Forschungsförder- und Forschungsträgerorganisationen in Europa. Anlass für ihre Wortmeldung ist die bevorstehende Wahl zum Europäischen Parlament im Juni. Bei dieser Wahl werden populistischen und extremen rechten Parteien große Zuwächse vorausgesagt.

Das Magazin „Times Higher Education“ etwa bezieht sich auf den aktuellen Bericht des European Council on Foreign Relations (ECFR). Darin wird eine „scharfe Rechtswende“ und „starker Zuwachs anti-europäischer Populisten“ erwähnt. Mehrere Länder werden angeführt: Österreich, Belgien, die Tschechische Republik, Frankreich, Ungarn, Italien, die Niederlande, Polen und die Slowakei.

Österreichischer Wissenschaftsfonds besorgt

Tveits Mahnung schließt sich auch der Präsident des österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF), der Physiker Christof Gattringer an. „Wissenschaft und Forschung sowie Entscheidungen auf Basis rationaler Argumente sind Bausteine einer liberalen demokratischen Gesellschaft“, so Gattringer gegenüber der APA. Zusammenarbeit, Vielfalt und Offenheit würden Fortschritt überhaupt erst möglich machen.

„Wer diese Prinzipien einschränkt und gegen die unabhängige Wissenschaft Stimmung macht, gefährdet nicht nur den Forschungsstandort, sondern auch die Zukunft von Demokratie und Wohlstand.“ Vor allem für ein kleines Land wie Österreich sei internationale Zusammenarbeit der „zentrale Erfolgsfaktor für exzellente Wissenschaft“.