Gedenkjahr 1918

Bild aus dem Film, der die Republikgründung am 12. November 2018 zeigt

Zwei Filme mit Lücken

Nur zwei kurze Filme dokumentieren die Republiksgründung Österreichs vor 100 Jahren. Was auf den Straßen Wiens damals wirklich geschehen ist, zeigen sie aber nur zum Teil. Warum sie vieles verschweigen, ist bis heute unklar, sagt der Filmhistoriker Ingo Zechner. 

12. November 1918 vor dem Parlament

Österreichs „welthistorischer Tag“

Wie sieht ein „welthistorischer Tag“ aus der Nähe aus? Eine neue Republik wurde ausgerufen, musste unter großem Zeitdruck ihre Demokratie-, ja Lebensfähigkeit beweisen. Und nicht zuletzt rasch die Armut nach dem Krieg überwinden. Mehr dazu in ORF.at

Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich in Mährisch-Schönberg (Zeitungsschnitt aus "Das interessante Blatt" vom 18.11.1918)

„Nationalstaaten waren Völkerkerker“

Oft wurde das Habsburgerreich als „Völkerkerker“ bezeichnet, das nicht zuletzt deshalb vor 100 Jahren auseinandergebrochen ist. Der US-Historiker Pieter Judson sieht das anders. Die echten Völkerkerker seien die neuen Nationalstaaten geworden, so Judson. 

Denkmal der Republik

Zwischen Konflikt und Konsens

Heute feiern alle großen Parteien Österreichs Staatsgründung vor 100 Jahren, doch das war nicht immer so. Nach jahrzehntelangen Konflikten wurde erst 1968 ein Konsens erzielt, wie die Historikerin Heidemarie Uhl in einem Gastbeitrag schreibt. 

1918: Italien marschiert int Südtirol ein

Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens hat Österreich-Ungarn Anfang November 1918 den Ersten Weltkrieg für verloren erklärt. Eine Folge: In Südtirol marschierten die Italiener ein, um zu bleiben. Mehr dazu in ORF.at

Eingangsbereich mit Logo des Hauses der Geschichte Österreich

Ein Museum zum Mitdenken

Ständestaat oder Austrofaschismus? Nebst anderem haben ideologische Fragen wie diese ein Haus der Geschichte Österreichs (HdGÖ) jahrzehntelang verhindert. Nun öffnet es und überlässt die Antworten zum Teil den Besuchern. Ein Interview mit HdGÖ-Direktorin Monika Sommer. 

Anzug und Krawatte: Aufmarsch der Kommunisten mit Fahnen

100 Jahre KPÖ: Älter als die Erste Republik

Vor genau 100 Jahren, am 3. November 1918, wurde im Wiener Arbeiterbezirk Favoriten die KPÖ gegründet. Aber auch in den Ländern versuchte die Kommunistische Partei Fuß zu fassen: Ein neues Buch zeichnet ihre wechselvolle Geschichte am Beispiel Kärntens nach. 

Menschenmenge vor dem Parlament am 12. November 1918

Eine Revolution im juristischen Sinn

Am 12. November 1918 ist die Republik Österreich ausgerufen worden. Gegründet wurde sie eigentlich schon am 30. Oktober, mit einem Beschluss der Provisorischen Nationalversammlung - juristisch eine Revolution, wie der Jurist Thomas Olechowski ausführt. 

Englische Hilfslieferungen für Wien 1919

Die Erste Republik in Bildern

Das Wien Museum zeigt die ersten zwölf Monate der Ersten Republik in Fotografien. Das Glanzstück der Ausstellung bilden erst kürzlich entdeckte Aufnahmen des Wiener Fotojournalisten Richard Hauffe. 

Ludwig Wittgenstein im Jahr 1930

Wittgensteins persönliche Odyssee

Vor 100 Jahren hat Ludwig Wittgenstein seinen berühmten „Tactatus Logico-Philosophicus“ beendet. Die neue Ausstellung „Die Tractatus Odyssee“ widmet sich der „persönlichen Transformation“ des einflussreichen Philosophen. 

Rote Garde Wien

Literaten träumen die Revolution

Dass Österreich einen relativ unblutigen Übergang von der Monarchie zu einer nicht geliebten Republik erlebte, bleibt bis heute ein bemerkenswerter Vorgang. Doch es gab auch hierzulande einen Traum von der Revolution. 

Der Balkon oder Altan am Heldenplatz an der Hofburg, auch bekannt als "Führerbalkon

„Orte, die Urteilskraft stärken sollen”

Was ist die Funktion nationaler Geschichtsmuseen, etwa des Hauses der Geschichte Österreich, das demnächst eröffnet? „Sie sollen Diskursorte sein, an denen die historische und politische Urteilskraft gestärkt wird”, sagt der Historiker Raphael Gross. 

Die Verhandler in Versailles 1919: David Lloyd George, Vittorio Orlando, Georges Clemenceau, und Woodrow Wilson

Lernen aus der Geschichte

Die Friedensverträge nach dem Ersten Weltkrieg werden oft für den Aufstieg Hitlers verantwortlich gemacht. Die Historikerin Margaret MacMillan sieht das differenzierter. Sie glaubt auch nicht, dass wir heute vor einer ähnlich autoritären Ära stehen wie in den 1930er Jahren. 

Audiovisuelles Archiv gegen das Vergessen

Im Jubiläumsjahr der Republik Österreich ist nun eine Videodatenbank mit Zeitzeugen-Interviews online gegangen. Präsentiert wird das Projekt, das auch eine App für Android beinhaltet, heute, Donnerstag, im Bundeskanzleramt. 

Die Tonfiguren in Ypern

Belgien: Für jeden Toten eine Figur

Ihr Rücken ist gebeugt, sie tragen Metallmarken, auf denen der Name eines Toten steht. 600.000 Tonskulpturen erinnern in der Nähe der belgischen Kleinstadt Ypern daran, dass dort während des Ersten Weltkriegs über eine halbe Million Menschen ums Leben gekommen sind. 

Menschenmenge vor dem Parlament am 12. November 1918

Was wir aus 1918 lernen können

Demokratie geht nicht ohne Konflikte: Das war bei Gründung der Ersten Republik vor 100 Jahren so, und daraus könne man heute noch lernen, meinen Experten anlässlich der „Aktionstage politischer Bildung“, die am Montag an Österreichs Schulen beginnen. 

Kaiser Karl am Feldstecher

Karl, der Medienkaiser

Gesteuerte Pressearbeit, gestellte Fotos in den Medien - das sind keine neuen Erscheinungen: Bereits vor über hundert Jahren inszenierte sich der letzte Habsburger-Herrscher in der Öffentlichkeit. Kaiser Karl war der erste Medienkaiser. 

Alexander „Sascha“ Kolowrat-Krakowsky, Gründer der Sascha-Filmfabrik, an der Kamera bei Filmaufnahmen im Feld.

Fake News aus der Monarchie

Zwischen 1914 und 1918 wurden rund 1.500 Filme in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie produziert - das Gros zur Unterhaltung, aber auch zur Propaganda. Was dabei an Kampfhandlungen gezeigt wurde, „war zum Großteil gefakt“, so der Historiker Hannes Leidinger. 

Folder zur Republiksgründung 1918

Ein vom Haus der Geschichte und dem Außenministerium initiierter neuer Folder fasst auf mehr als 70 Seiten die wichtigsten Informationen zur Republiksgründung 1918 zusammen. 

Plattform zum „Gedenkjahr 2018“ online

2018 ist das Jahr der Jubiläen. Auf einer Internetplattform der Österreichische Mediathek sind ab sofort Zeitdokumente aus 1918, 1938, 1968 und 1988 für alle zugänglich.