Gedenkjahr 1938

Bedřich Lederer: In der Zelle, 1945, Gedenkstätte Theresienstadt

Kunst und Widerstand im Ghetto

Die Nationalsozialisten haben im Ghetto Theresienstadt zehntausende Juden und Jüdinnen ermordet. Welche Rolle Kunst und Widerstand in dem Ghetto gespielt haben, beschreibt die Historikerin Rosemarie Burgstaller in einem Gastbeitrag. 

Schreibtafel im Lager Admont

„Die Hoffnung auf Palästina“

Insgesamt 4.000 jüdische Flüchtlinge haben zwischen 1946 und 1949 in einem Lager im steirischen Admont gelebt - unfreiwillig. Eigentlich sehnten sie sich nach einem Leben in Palästina. Ein neues Buch erzählt über Konflikte und wie man sich arrangierte. 

Gastspiel der Austria (als "SC Ostmark") im Juni 1938 in Berlin: Die Wiener siegen 2:1 gegen Blau-Weiß-90-Berlin

Vom „Judenklub“ zum fast „normalen“ Fußballverein

Rapid Wien hat es vorgemacht, nun hat auch die Austria ihre Geschichte im Nationalsozialismus aufgearbeitet. Ein neues Buch zeigt, wie ab 1938 aus dem „Judenklub“ ein – aus NS-Sicht – fast normaler Fußballverein wurde. 

Broschüre BergWelten 1938

Geologen und Meteorologen arbeiteten NS-Zeit auf

Die Geologische Bundesanstalt (GBA) und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien haben als Beitrag zum Jubiläumsjahr 2018 ihre NS-Zeit aufgearbeitet. Die Ergebnisse werden in der Ausstellung „BergWetter 1938“ präsentiert. 

Hubertempel

Geplündert, demoliert, dann ignoriert

Bis 1938 war in Wien die drittgrößte jüdische Gemeinde Europas zu Hause. Mit den Pogromen vom 9. auf den 10. November 1938 begann die Zerstörung von Zentren jüdischen Lebens. Auch nach 1945 blieb das Interesse an ihnen aus, zeigt eine neue Ausstellung. 

Jad Vaschem zeigt Ausstellung im Netz

Die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem präsentiert zum 80. Jahrestag der Pogromnacht eine Onlineausstellung. Erzählt werden dabei Geschichten von deutschen und österreichischen Juden, die die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erlebt haben. 

Eingangsbereich mit Logo des Hauses der Geschichte Österreich

Ein Museum zum Mitdenken

Ständestaat oder Austrofaschismus? Nebst anderem haben ideologische Fragen wie diese ein Haus der Geschichte Österreichs (HdGÖ) jahrzehntelang verhindert. Nun öffnet es und überlässt die Antworten zum Teil den Besuchern. Ein Interview mit HdGÖ-Direktorin Monika Sommer. 

Links: Uniqa-Tower mit Lichtinstallation, rechts ARchivbild der ermordeten Jüdin Minna Pichler

Lichtinstallation erinnert an Novemberpogrome

Am 9. November jähren sich die Novemberpogrome gegen Juden in Wien zum 80. Mal. Eine Lichtinstallation erinnert an die Gräueltaten des Nazi-Regimes: Der Uniqa-Tower am Donaukanal wird zum „Namensturm“. 

„Die haben gewusst, wo sie sind“

Frauen waren in der Gestapo-Leitstelle Wien zwar in der Unterzahl, spielten in der Geheimen Staatspolizei des Nazi-Regimes aber teilweise eine wichtige Rolle, wie ein aktuelles Buch zeigt. Konsequenzen gab es keine. 

Hitlerrede am Heldenplatz am 15.3.1938

Debatte um Hitler-Balkon am Rathaus

Adolf Hitler hat am 9. April 1938 vom Wiener Rathaus gesprochen. Am Hauptturm wurde für ihn ein Holzbalkon errichtet. Dieser wurde wenig später in Stein nachgebaut. Die Initiative „Memory Gaps“ fordert nun den Abriss. Mehr dazu in wien.ORF.at

Verdeckter Antisemitismus im Ständestaat

Im Ständestaat gab es kaum offen antisemitische Politik. Der Judenhass war ein „verdeckter“, wie ein neuer Sammelband zeigt. An Schulen etwa wurde Antisemitismus kaum geahndet, jüdische Lehrer und Direktoren aber sukzessive aus den Schulen gedrängt. 

Der Balkon oder Altan am Heldenplatz an der Hofburg, auch bekannt als "Führerbalkon

„Orte, die Urteilskraft stärken sollen”

Was ist die Funktion nationaler Geschichtsmuseen, etwa des Hauses der Geschichte Österreich, das demnächst eröffnet? „Sie sollen Diskursorte sein, an denen die historische und politische Urteilskraft gestärkt wird”, sagt der Historiker Raphael Gross. 

Am Hof

Auf den Spuren jüdisch-ungarischer Zwangsarbeit

Im Frühjahr 1944 hat Nazi-Deutschland Ungarn besetzt - das Todesurteil für die meisten ungarischen Jüdinnen und Juden. Viele kamen zur Zwangsarbeit nach Wien. Eine digitalen Landkarte macht die Spuren nun sichtbar. 

Zeichnung von Giovanni da Udine

Digitalisierung klärt Herkunft von Raubkunst

Woher kommen Gemälde oder kunsthandwerkliche Gegenstände? Wem gehörten sie einst? Wurden sie geraubt? Diese Fragen beantwortet die Provenienzforschung in mühsamer Kleinstarbeit – Digitalisierung macht bisher unmögliche Rückschlüsse möglich. 

Walter Mischel bei einem Interview in Wien

Begründer des „Marshmallow-Tests“ gestorben

Walter Mischel wurde in den 1960er Jahren durch seine „Marshmallow-Experimente“ berühmt. Nun ist der aus Wien stammende Psychologe verstorben. Wie die Columbia University mitteilte, erlag er 88-jährig einer Krebserkrankung. 

Die Verhandler in Versailles 1919: David Lloyd George, Vittorio Orlando, Georges Clemenceau, und Woodrow Wilson

Lernen aus der Geschichte

Die Friedensverträge nach dem Ersten Weltkrieg werden oft für den Aufstieg Hitlers verantwortlich gemacht. Die Historikerin Margaret MacMillan sieht das differenzierter. Sie glaubt auch nicht, dass wir heute vor einer ähnlich autoritären Ära stehen wie in den 1930er Jahren. 

Theodor-Kramer-Preis 2018 geht an Lore Segal

Der Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil geht heuer an Lore Segal. Die 90-jährige Literatin erhält die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung am 28. September in Niederhollabrunn verliehen, teilte die Theodor-Kramer-Gesellschaft am Montag mit. 

Lichtskulpturen erinnern an Pogrome 1938

Das Jüdische Museum Wien erinnert an die Novemberpogrome 1938 - Lichtskulpturen in 16 Wiener Bezirken zeigen ein Symbol der Verfolgung: einen defomierten Davidstern. Mehr dazu in wien.ORF.at

Familie mit Kindern: polnische Zivilisten im Jahr 1944

Warschau 1944: Die gescheiterte Revolte

Eine Zeitzeugin, die Soldatin Anna Lehr-Splawinski, hat kürzlich die neue Sonderausstellung des Heeresgeschichtlichen Museums eröffnet. Die Schau „Kampf um die Freiheit“ beleuchtet Hintergründe des Warschauer Aufstandes 1944. 

Erika Weinzierl 2005

Wegweisende Antrittsvorlesung vor 50 Jahren

Mit ihrer frühen Aufarbeitung des Nationalsozialismus und Antisemitismus hat Erika Weinzierl das Fach Zeitgeschichte in Österreich geprägt wie keine andere. Vor 50 Jahren hielt sie ihre Antrittsvorlesung in Salzburg – und schon die war bahnbrechend.