Gedenkjahr 1938

Broschüre BergWelten 1938

Geologen und Meteorologen arbeiteten NS-Zeit auf

Die Geologische Bundesanstalt (GBA) und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien haben als Beitrag zum Jubiläumsjahr 2018 ihre NS-Zeit aufgearbeitet. Die Ergebnisse werden in der Ausstellung „BergWetter 1938“ präsentiert. 

Hubertempel

Geplündert, demoliert, dann ignoriert

Bis 1938 war in Wien die drittgrößte jüdische Gemeinde Europas zu Hause. Mit den Pogromen vom 9. auf den 10. November 1938 begann die Zerstörung von Zentren jüdischen Lebens. Auch nach 1945 blieb das Interesse an ihnen aus, zeigt eine neue Ausstellung. 

Jad Vaschem zeigt Ausstellung im Netz

Die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem präsentiert zum 80. Jahrestag der Pogromnacht eine Onlineausstellung. Erzählt werden dabei Geschichten von deutschen und österreichischen Juden, die die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erlebt haben. 

Eingangsbereich mit Logo des Hauses der Geschichte Österreich

Ein Museum zum Mitdenken

Ständestaat oder Austrofaschismus? Nebst anderem haben ideologische Fragen wie diese ein Haus der Geschichte Österreichs (HdGÖ) jahrzehntelang verhindert. Nun öffnet es und überlässt die Antworten zum Teil den Besuchern. Ein Interview mit HdGÖ-Direktorin Monika Sommer. 

Links: Uniqa-Tower mit Lichtinstallation, rechts ARchivbild der ermordeten Jüdin Minna Pichler

Lichtinstallation erinnert an Novemberpogrome

Am 9. November jähren sich die Novemberpogrome gegen Juden in Wien zum 80. Mal. Eine Lichtinstallation erinnert an die Gräueltaten des Nazi-Regimes: Der Uniqa-Tower am Donaukanal wird zum „Namensturm“. 

„Die haben gewusst, wo sie sind“

Frauen waren in der Gestapo-Leitstelle Wien zwar in der Unterzahl, spielten in der Geheimen Staatspolizei des Nazi-Regimes aber teilweise eine wichtige Rolle, wie ein aktuelles Buch zeigt. Konsequenzen gab es keine. 

Hitlerrede am Heldenplatz am 15.3.1938

Debatte um Hitler-Balkon am Rathaus

Adolf Hitler hat am 9. April 1938 vom Wiener Rathaus gesprochen. Am Hauptturm wurde für ihn ein Holzbalkon errichtet. Dieser wurde wenig später in Stein nachgebaut. Die Initiative „Memory Gaps“ fordert nun den Abriss. Mehr dazu in wien.ORF.at

Verdeckter Antisemitismus im Ständestaat

Im Ständestaat gab es kaum offen antisemitische Politik. Der Judenhass war ein „verdeckter“, wie ein neuer Sammelband zeigt. An Schulen etwa wurde Antisemitismus kaum geahndet, jüdische Lehrer und Direktoren aber sukzessive aus den Schulen gedrängt. 

Der Balkon oder Altan am Heldenplatz an der Hofburg, auch bekannt als "Führerbalkon

„Orte, die Urteilskraft stärken sollen”

Was ist die Funktion nationaler Geschichtsmuseen, etwa des Hauses der Geschichte Österreich, das demnächst eröffnet? „Sie sollen Diskursorte sein, an denen die historische und politische Urteilskraft gestärkt wird”, sagt der Historiker Raphael Gross. 

Am Hof

Auf den Spuren jüdisch-ungarischer Zwangsarbeit

Im Frühjahr 1944 hat Nazi-Deutschland Ungarn besetzt - das Todesurteil für die meisten ungarischen Jüdinnen und Juden. Viele kamen zur Zwangsarbeit nach Wien. Eine digitalen Landkarte macht die Spuren nun sichtbar. 

Die Verhandler in Versailles 1919: David Lloyd George, Vittorio Orlando, Georges Clemenceau, und Woodrow Wilson

Lernen aus der Geschichte

Die Friedensverträge nach dem Ersten Weltkrieg werden oft für den Aufstieg Hitlers verantwortlich gemacht. Die Historikerin Margaret MacMillan sieht das differenzierter. Sie glaubt auch nicht, dass wir heute vor einer ähnlich autoritären Ära stehen wie in den 1930er Jahren. 

Lichtskulpturen erinnern an Pogrome 1938

Das Jüdische Museum Wien erinnert an die Novemberpogrome 1938 - Lichtskulpturen in 16 Wiener Bezirken zeigen ein Symbol der Verfolgung: einen defomierten Davidstern. Mehr dazu in wien.ORF.at

Erika Weinzierl 2005

Wegweisende Antrittsvorlesung vor 50 Jahren

Mit ihrer frühen Aufarbeitung des Nationalsozialismus und Antisemitismus hat Erika Weinzierl das Fach Zeitgeschichte in Österreich geprägt wie keine andere. Vor 50 Jahren hielt sie ihre Antrittsvorlesung in Salzburg – und schon die war bahnbrechend. 

Vom Kooperieren und Überleben

Wer in einem Konzentrationslager mit einem anderen Häftling kooperierte, hatte größere Überlebenschancen: So lautete die These des US-Soziologen Elmer Luchterhand 1953. Erst jetzt, 65 Jahre danach, wird seine visionäre Dissertation als Buch veröffentlicht. 

Höhlenbär. Skizze von Othenio Abel 1924

Im Schatten der „Bärenhöhle“

Seit 100 Jahren gibt es in Österreich staatliche Höhlenforschung, über 15.000 Höhlen bieten reichhaltiges Anschauungsmaterial. Doch die Geschichte der Zunft ist auch geprägt von Nationalismus und Antisemitismus. Ein Beispiel: die „Bärenhöhle“. 

Lise Meitner mit Zigarette, undatiertes Bild

Die erste Frau an der Akademie

Sie war eine der ersten Frauen, die in Österreich Physik studierten. Später wurde sie zur Mitentdeckerin der Kernspaltung. Vor genau 70 Jahren wurde Lise Meitner als erste Frau in die Österreichische Akademie der Wissenschaften aufgenommen - mit geringer Folgewirkung. 

Flüchtlinge überqueren im Oktober 2015 in Neuhaus am Inn dier Grenze von Österreich nach Deutschland

Illegal von Österreich in die Tschechoslowakei

Flucht, Vertreibung, Rückschiebung: Was vor allem Juden und Jüdinnen nach dem „Anschluss“ 1938 an der österreichisch-tschechoslowakische Grenze erlebten, haben Historiker untersucht und auf Onlinekarten visualisiert. 

Die Statue in London

Freud kehrt überlebensgroß zurück

Am 4. Juni 1938 musste Sigmund Freud Österreich verlassen, vertrieben von den Nazis. Genau 80 Jahre später kehrt er nun überlebensgroß zurück - als Statue, die vor der Medizinuni Wien aufgestellt wurde. 

Kunst-Aktionen von Rabow am Carachoweg in der Gedenkstätte Buchenwald im Jahr 2013

„Schreiben gegen das Vergessen“

66.000 österreichische Jüdinnen und Juden wurden während des Holocaust ermordet. Eine Kunstaktion soll das Ausmaß der Vernichtung nun deutlich machen: Mit Kreide schreiben die Teilnehmer im Juni die 66.000 Namen auf die Hauptallee im Wiener Prater. 

Ö1-Logo

Radiopropaganda im Jahr 1938

Als die Nationalsozialisten 1938 in Österreich die Macht übernommen haben, war das noch junge Medium Radio wichtig, um ihre Propaganda zu verbreiten. Vor zwei Jahren entdeckte Tondokumente sind nun erstmals auf einer CD zu hören.