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AFP – EITAN ABRAMOVICH
AFP – EITAN ABRAMOVICH

Forscher/innen schreiben

Von Life Sciences über Klimaforschung bis Kulturwissenschaften: Forscherinnen und Forscher schreiben in Gastbeiträgen über die Neuigkeiten ihrer Fachbereiche.

Der Arbeitsplatz hinter der Grenze

Globale Ver- und Entflechtungen sind die Forschungsthemen von Roland Wenzlhuemer. Wie beides unser Leben prägt, bekommt der Historiker momentan eindrucksvoll vor Augen geführt. Auch persönlich: Zwischen seinem Arbeitsplatz in München und dem Wohnort Salzburg lag plötzlich wieder eine Grenze.

Grenzübergang nach Bayern, Polizeikontrollen

Stillstand im Untergrundlabor

Die Messungen in einem italienischen Untergrundlabor hatten gerade begonnen, als sie aufgrund des Coronavirus wieder gestoppt werden mussten. Momentan lasse sich die Zeit noch gut nutzen, meint der Physiker Florian Reindl, aber langfristig werde es ohne Experimente schwierig.

Laboratori Nazionali del Gran Sasso

Pandemie als Realexperiment

Was wir gerade erleben, ähnelt einem riesigen Realexperiment mit ungewissem Ausgang, schreibt der Sozialwissenschaftler Franz Seifert in einem Gastbeitrag. Zwar war Expertise noch selten so wichtig für Entscheidungen, aber Wissen sei derzeit oft provisorisch. Wissenschaftliche Wahrheitssuche werde so Teil des politischen Alltags.

Menschen in Schutzanzügen zur Desinfektion in Wuhan

Eine Vollbremsung für die Welt

Die exponentielle Ausbreitung des Coronavirus ähnelt der immer schneller werdenden Veränderung der Welt, meint Paul Sailer-Wlasits in einem Gastbeitrag. In der nun verordneten gesellschaftliche Vollbremsung ortet der Philosoph auch eine Chance zur Umkehr.

Leere Autobahn in Neuseeland im März 2020 mit Covid-Hinweisschild

Weit weg von zuhause

Um in der Wissenschaft Karriere zu machen, muss man die Heimat oft weit hinter sich lassen, wie Suchita Kulkarni. Die Physikerin forscht derzeit in Wien. In diesen Tagen versucht sie sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren, ihre Gedanken und Sorgen kreisen aber um ihre Familie in Indien.

Frau mit Mundschutz in Mumbai geht an einem Buddha-Graffiti vorbei, ebenfalls mit Maske

„Wir müssen systematisch zu denken beginnen“

Der Wiener Physiker Karl Svozil hält die bisherigen Reaktionen auf die Corona-Epidemie für einen „Blindflug“. Seine Forderung: Es braucht mehr Transparenz – sowie eine Aufstellung möglicher Strategien für die Zeit nach Ostern.

Frau sitzt vor einem Computerbildschirm mit Statistiken

Wenn Feldforschung ausfällt

Manche Forschungsarbeiten lassen sich nicht um Wochen oder Monate verschieben, sondern nur ins nächste Jahr: Graugänse brüten nur einmal, wie Didone Frigerio erklärt. Das ist nur eine der vielen Herausforderungen, der sich die Verhaltensforscherin derzeit stellen muss.

Graugans mit Nachwuchs

Zwang zur Digitalisierung

Bis nächstes Jahr sollten die Universitäten ihre Digitalisierungsstrategie vorlegen, nun zwingt sie ein Virus, die komplette Digitalisierung der Lehre von heute auf morgen umzusetzen. Das bringt selbst Medienforscher an ihre Grenzen, schreibt der als Plagiatsprüfer bekannte Stefan Weber.

Hände tippen auf einem Tablet

Entschleunigung und Sorgen

Grabungen werden meist langfristig geplant. Die Absagen wegen der Coronavirusepidemie bringen einiges durcheinander. Für die Archäologin Julia Budka hat die Entschleunigung zwar auch gute Seiten. Aber die Sorgen überwiegen, wie sie in einem Gastbeitrag schreibt.

Grabungsstätte in Ägypten