Die Weltkarte der Regenwürmer

In den Tropen ist die Artenvielfalt normalerweise höher als im Rest der Welt. Unter der Erde dürfte die Sache etwas anders aussehen: Das zeigt die bisher größte Regenwurm-Studie der Welt.

Regenwürmer trifft man überall dort an, wo der Boden nicht permanent gefroren, komplett durchnässt oder trocken bzw. sehr sauer ist. Sie lockern bekanntlich die Erde auf und erfüllen weitere wichtige Aufgaben, die den Zustand des Bodens verbessern, heißt es seitens des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung und der Uni Leipzig.

Mehr Arten in gemäßigten Breiten

Zu der weltweiten Bestandsaufnahme haben insgesamt 141 Forscher beigetragen, darunter auch Julia Seeber vom Department für Ökologie der Universität Innsbruck. Ziel war es, eine Art Weltkarte zu erstellen, in der die Anzahl der Arten pro Region, die dortige Regenwurm-Bevölkerungsdichte und die jeweils vorhandene Wurm-Biomasse enthalten ist. Die nunmehr publizierte Arbeit fuße auf dem „weltweit größten Datensatz zur Bodenbiodiversität“, so der Co-Autor der Studie, Nico Eisenhauer.

Regenwürmer und Erde in der Hand eines Mannes

JEAN-FRANCOIS MONIER / AFP

Forschungsobjekt Regenwurm

Während sich oberirdisch die meisten Arten in den Tropen finden, fanden sich bei kleinräumiger Betrachtung die meisten Regenwurmarten in den gemäßigten Breiten. Diese Regionen waren von den Würmern dichter besiedelt und wiesen demnach auch mehr Biomasse auf. In den Tropen wiederum dürfte es laute der Erstautorin, Helen Phillips, insgesamt zwar auch viele Arten geben, die Lebensräume scheinen sich aber viel weniger zu überlappen.

In der Untersuchung zeigte sich aber auch, dass Verteilung und Auftreten der wichtigen „Ökosystem-Ingenieure“ stark von Temperatur und Niederschlag abhängt. „Der Klimawandel könnte zu starken Veränderungen bei den Regenwurmgemeinschaften und den von ihnen beeinflussten Ökosystemleistungen führen“, so Eisenhauer. Wie sich das dann auf die Beschaffenheit der Böden und seiner Bewohner auswirkt, könne man vielfach noch nicht sagen.

science.ORF.at/APA

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