Topforscher Penninger verlässt Österreich

Josef Penninger gilt als eines der Aushängeschilder der heimischen Wissenschaft: Nun verlässt der Direktor des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) das Land: Er folgt einem Ruf nach Kanada.

In Vancouver wird Penninger das dortige Life Sciences Institute (LSI) leiten. Dabei handle es sich um das größte Institut seiner Art in Kanada. Für den Wissenschaftler stelle das Angebot eine „sehr reizvolle und spannende Herausforderung dar“, hieß es seitens des IMBA. Die Berufung bringe ihn „in eine internationale Top-Position“.

Zeitplan noch unbekannt

Unter der Führung seines Gründungsdirektors sei das Akademie-Institut IMBA „zu einer erfolgreichen und international anerkannten Forschungsstätte für biomedizinische Grundlagenforschung“ aufgestiegen.

„Wir haben mit dem IMBA herausragende Aufbauarbeit geleistet. Für die Zukunft der Forschung in Österreich wünsche ich mir, dass die Begeisterung für Wissenschaft wieder neu gezündet wird, aber auch die Notwendigkeit der Forschung für die Zukunft des Landes erkannt wird, egal ob wir hier über moderne Medizin, Arbeitsplätze oder Know-how-Gewinn reden“, so Penninger, der noch keine Details zum Zeitplan seiner Übersiedlung in den Westen Kanadas nannte. Er werde Österreich jedenfalls verbunden bleiben.

Josef Penninger im Labor
APA (Hochmuth)
Josef Penninger wechselt an die University of British Columbia

Penniger wurde am 5. September 1964 im oberösterreichischen Gurten geboren. Nach dem Studium an der Universität Innsbruck zog es ihn nach Kanada, wo er beim Pharmakonzern Amgen und an der University of Toronto tätig war. Dort legte er den Grundstein für seine aufsehenerregenden Erkenntnisse zur Funktionsweise des Knochenstoffwechsels. Seine Forschungsarbeit bildete die Basis für ein Medikament mit dem Wirkstoff Denosumab, das heute weltweit zur Therapie der Osteoporose eingesetzt wird.

Auch Angebot aus Deutschland

Im Lauf der vergangenen 15 Jahre baute der Wissenschaftler das IMBA federführend auf. In diese Zeit fielen neue Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Osteoporose und Brustkrebs, sowie Lungenkrebs. Auch das Wiener Biotech-Unternehmen Apeiron wurde von Penninger mitbegründet.

Rund um eine mögliche Abwanderung des Genetikers nach Deutschland gingen erstmals im Mai 2015 die Wogen hoch. Dank finanzieller Zugeständnisse von in Summe mehr als 20 Millionen Euro an das IMBA seitens des Wissenschaftsministeriums und der Stadt Wien konnte Penninger damals gehalten werden.

science.ORF.at/APA

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