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AFP – EITAN ABRAMOVICH
AFP – EITAN ABRAMOVICH

Forscher/innen schreiben

Von Life Sciences über Klimaforschung bis Kulturwissenschaften: Forscherinnen und Forscher schreiben in Gastbeiträgen über die Neuigkeiten ihrer Fachbereiche.

„Inländervorrang“ und Internationalismus

Seit ihrer Gründung 1889 hat sich die österreichische Sozialdemokratie der „internationalen Solidarität“ verschrieben. Dennoch versuchte sie mitunter schon vor 1914, einheimische Arbeiter gegenüber fremden zu bevorzugen. Wie sich „Inländervorrang“ und Internationalismus vertrugen, beschreibt die Historikerin Theresa Gillinger in einem Gastbeitrag.

Eine Fahne der SPÖ mit den drei Pfeilen liegt auf dem Boden

Warum Theorie nicht ich-los sein sollte

Theorie soll möglichst objektiv und ich-los sein – so zumindest der Anspruch. Den Medientheoretiker Knut Ebeling überzeugt er nicht. In einem Gastbeitrag plädiert er für eine „Autotheorie“, die das eigene Leben als selbstverständlichen Bestandteil von Theorie begreift – und beginnt gleich mit einer persönlichen Erfahrung.

Eine Frau hält einen Spiegel in der Hand, in der ihr Gesicht – verwirbelt – zu sehen ist

Roma-Herkunft: „Laune des Orientalismus“

Woher stammt die Gemeinschaft der Roma in Europa? Diese Frage beschäftigt die Wissenschaft Europas seit Langem. Als „Laune des Orientalismus“ beschreibt der indische Kulturwissenschaftler Avishek Ray das Unterfangen in einem Gastbeitrag.

Roma-Flagge auf einer Hauswand aufgemalt

Neue Arbeitsplätze, neue Arbeit

Das Coronavirus hat auch Teile der Arbeitswelt umgekrempelt, Büroräume durch Home-Offices ersetzt. Der Prozess, der auch die Arbeit verändert, hat schon früher begonnen, schreibt der Medienwissenschaftler Mathias Fuchs in einem Gastbeitrag – und illustriert dies anhand der Büros von Privatdetektiven in Kino und TV.

Ein zweijähriges Kind malt ein Bild, während seine Mutter Zuhause im Homeoffice an einem Laptop arbeitet.

Österreichs hundertjährige Opferdoktrin

Mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine wird die österreichische Neutralität wieder diskutiert. Das Geschichtsbild Österreichs als Opfer externer Kräfte bekam dabei eine neue Dimension: seine Ausdehnung bis in die Gegenwart. Der Historiker Berthold Molden ortet in einem Gastbeitrag eine Art hundertjährige Opferdoktrin Österreichs – und geht ihr mittels historischer Diskursanalyse nach.

Altes Radio, auf dem statt Frequenzen Jahreszahlen stehen, beginnend mit 1918

Filmmusik als Trägerin der NS-Ideologie

Kultur hat bei der Verbreitung der NS-Ideologie eine wichtige Rolle gespielt. In Wien produzierte Filme etwa negierten Moderne und Avantgarde und setzten auf das Klischeebild eines unbeschwerten, walzertanzenden und „ewigen Wiens“. Die Filmmusik hatte daran großen Anteil, wie der Musikwissenschaftler Timur Sijaric in einem Gastbeitrag schreibt.

„Wiener Blut“, Szenenausschnitt mit Theo Lingen und Hans Moser

Wiederholt sich Geschichte der Zwischenkriegszeit?

15 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sind in Zeiten der Pandemie Gewalt auf Demonstrationen nicht abgeneigt. Das zeigen neue Daten des Austrian Corona Panel Project. Ob die Gewaltbereitschaft heute mit jener der Zwischenkriegszeit zu vergleichen ist, lotet der Historiker Oliver Rathkolb in einem Gastbeitrag aus.

Anti-Corona-Demonstrant in den Niederlanden

Der Pfeil: Von der Waffe zum Zeichen

Tagtäglich orientieren wir uns an Pfeilen. Dass wir damit bedenkenlos einem Zeichen folgen, dessen materieller Referent ein gefährliches, oft tödliches Geschoß darstellt, entgeht den meisten. In einem Gastbeitrag erörtert die Kultur- und Medienwissenschaftlerin Rebekka Ladewig, wie aus dem Akt des Zielens das Zeichen des Zeigens geworden sein könnte.

Hinweisschild mit einem Pfeil

Vom Auto zum Auto-Auto

Für die einen sind Autos heute das Zeichen einer untergehenden, fossilen Kultur, für andere noch immer ein Freiheitsversprechen. Diese Freiheit ist allerdings schon durch autonom fahrende Autos bedroht, an der die Industrie bastelt. Wie diese Auto-Autos auch ihre Fahrerinnen und Fahrer verändern, beschreibt der Medienwissenschaftler Christof Windgätter in einem Gastbeitrag.

Illustration von drei autonom fahrenden Autos