Illustration: Jagdszene mit ausgestorbenen Canis dires, Wölfen und Bison
Mauricio Antón
Mauricio Antón
Genanalyse

Warum der „Schattenwolf“ verschwand

Forscher haben das Erbgut von Canis dirus, des „schrecklichen Wolfs“, analysiert. Genetisch ist er so verschieden von heutigen Wölfen und Kojoten, dass ihn das letztlich das Überleben kostete. Berühmt geworden ist das vor 13.000 Jahren ausgestorbenen Tier als Wappentier der Serie "Game of Thrones“.

Dutzende Forscher aus neun Ländern haben mehr als 50 000 Jahre alte Überreste des ausgestorbenen Wolfs mit aufwendigen genetischen Methoden untersucht und eine nur entfernte Verwandtschaft zu heute lebenden Tieren festgestellt. Vermutlich konnte er sich weder mit heutigen Wölfen noch Kojoten fortpflanzen, berichtet das Team im Fachjournal „Nature“.

Rein äußerliche Ähnlichkeit

Wegen der äußerlichen Ähnlichkeit zwischen Canis dirus und heute lebenden Tieren wurde bisher davon ausgegangen, dass sie sehr eng miteinander verwandt sind. Ihr Verbreitungsgebiet in Nordamerika habe sich zwar mindestens 10.000 Jahre lang überschnitten, trotzdem hätten sich keine Hinweise auf Kreuzungen gefunden. „Unsere genetischen Ergebnisse zeigen stattdessen, dass Canis dirus und heute lebende Wölfe sehr entfernte Cousins sind“, sagt Co-Autor Kieren Mitchell von der Universität von Adelaide. Die Durham Universität verglich die Verwandtschaft mit der von Menschen und Schimpansen.

Die Abstammungslinie des „Game of Thrones“-Wolfs habe sich vor rund sechs Millionen Jahren abgespalten. Die folgende „reproduktive Isolation“ führte nach Vermutung der Forscher schließlich am Ende der Eiszeit dazu, dass Canis dirus genetisch schlecht für die neuen Umweltbedingungen gerüstet war und ausstarb.